Montag, 29. Juni 2020

Bildung, Lesevergnügen und Corona

Eigentlich gehöre ich zu den Menschen, die Lockangeboten skeptisch gegenüber stehen. Doch dieses Mal kam das Angebot wohl genau im richtigen Moment. Zehn Ausgaben für 15 Euro sind wirklich sehr günstig. Es war eine Zeit, als ich (wie viele andere) ein großes Bedürfnis hatte, wissenschaftlich präzise, verständliche Informationen über dieses komische neue Virus zu lesen. So richtig wusste man noch nicht, was auf einen zukommt, aber es wurde langsam unheimlich.

Ich kannte den New Scientist schon von der ein oder anderen Zugfahrt und habe ihn immer gerne gelesen. Bei 1,50 pro Ausgabe, dachte ich, kann ich also nichts falsch machen. Mittlerweile sind die zehn Ausgaben rum und ich habe ein Jahresabo abgeschlossen. Das geschickt platzierte Lockangebot hat also voll funktioniert … ich bin aber froh darüber und bereue es nicht. In den zurückliegenden Monaten war der New Scientist meine wichtigste Infoquelle in Sachen Covid-19: wissenschaftlich fundiert, differenziert und durch den wöchentlichen Erscheinungstermin top-aktuell.

Jetzt freue ich mich jeden Freitag darauf, die neue Nummer aus dem Briefkasten zu ziehen. Ich hätte auch ein reines Digital-Abo abschließen können, aber ich bin halt ein Papiermensch und halte am liebsten ein »richtiges« Magazin in der Hand. Während die Corona-Krise immer schlimmer wurde, kam nicht jede Ausgabe pünktlich (und bis heute sind sie noch etwas aus dem Takt), aber das nehme ich gerne in Kauf. Diese Redaktion hat übermenschliches geleistet und quasi im Home Office jede Woche eine spannende Ausgabe zusammengestellt.

Schön finde ich das breite thematische Spektrum. Astronomie, Quantenphysik, Biologie, Genetik … aber auch Ökologie, Anthropologie, Archäologie, Soziologie oder Psychologie. Natürlich ist nicht in jeder Ausgabe alles enthalten, aber mit der Zeit kommt fast jedes Fachgebiet vor. Die Redakteure können sehr unterhaltsam schreiben und bringen einem jedes Thema näher. Man bekommt einen fundierten, spannenden Überblick über eine Menge super interessanter Themen. In einer kleinen, aber gut sortierten "Culture"-Rubrik werden einem sogar der ein oder andere SF-Roman, Film oder TV-Serie empfohlen, die der Redaktion gefallen haben.

Das Magazin ist also weniger etwas für nüchterne Laborkittel mit einem Faible für Formelsammlungen, sondern genau das Richtige für einen notorisch neugierigen Menschen wie mich.

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